Dienstag, 11. März 2014

Sehr starke Strahlung schadet dem Rattenhirn, wir sind jedoch Menschen

Handy-Strahlung für Kinder doch ungefährlich
Zumindest das Risiko für Hirntumore soll bei Kindern und Jugendlichen durch Strahlen aus Mobiltelefonen nicht gesteigert werden. Doch die Studie ist nicht unumstritten. Problematisch ist die geringe Anzahl an Probanden.
storybild
Nichts zu befürchten? Die Strahlung der Mobiltelefone soll Hirntumore bei Kindern nicht fördern.
ie funktioniert die mobile Telekommunikation?
Immer und überall telefonisch erreichbar zu sein, daheim oder unterwegs,
unter der gleichen Telefonnummer und ohne Begrenzung durch
ein Kabel: Wie funktioniert das?
Grundlage der mobilen Telekommunikation ist ein wabenförmiges
Netz von so genannten Zellen. Zu jeder Zelle gehört eine Basisstation,
die via Funk die Verbindung mit den Mobiltelefonen in ihrer näheren
Umgebung – eben in ihrer Zelle – herstellt. Eine Basisstation besteht
aus mehreren Sende-/Empfangsantennen, die üblicherweise an einem
Antennenmast befestigt sind, sowie aus einer Steuerungseinheit.
Die Basisstationen sind via herkömmliche Telefonleitungen oder via
Richtfunk mit einer Zentrale verbunden. Von dort erhalten sie die
Gespräche, die sie an ein Mobiltelefon in ihrer Zelle weiterleiten müssen,
und dorthin übermitteln sie umgekehrt Gespräche, die von einem
Mobiltelefon in ihrer Zelle geführt werden (Abbildung 1). Falls sich ein
Mobiltelefon aus einer Zelle entfernt, wird die Verbindung automatisch
an die nächste Basisstation weitergeleitet.
Die Grösse einer Zelle wird durch die erwartete Anzahl von Mobiltelefonbenützern
bestimmt und bereits bei der Netzplanung festgelegt. Da
eine Basisstation nur maximal 64 Mobiltelefone gleichzeitig bedienen
kann, sind die Zellen in ländlichen Gebieten mit kleiner Mobiltelefondichte
gross (1 bis 4 km Durchmesser), im Zentrum einer Grossstadt
dagegen klein (300 bis 400 m Durchmesser). Das Funksignal der
Basisstation muss so stark sein, dass ein Mobiltelefon auch am Rand
der Zelle noch erreicht wird, aber auch nicht zu stark, weil sonst die
Signale in der nächsten oder übernächsten Zelle gestört würden. Wird
in einer Zelle immer mehr und häufiger mit Mobiltelefonen telefoniert,
so ist die Basisstation irgendeinmal überlastet. Dann wird die Zelle
unterteilt. Es müssen zusätzliche Basisstationen errichtet werden, die
mit niedrigerer Sendeleistung ihre jetzt kleineren Zellen versorgen.
Zentrale
Mobiltelefone und Basisstationen
senden und empfangen elektromagnetische
Strahlung im Bereich der Hochfrequenzstrahlung
Wie wird mit einem Mobiltelefon telefoniert?
Nehmen wir an: Sie haben ein Mobiltelefon und rufen einen Freund an,
der – ebenfalls mit einem Mobiltelefon ausgerüstet – irgendwo unterwegs
ist. Sofort stellt Ihr Mobiltelefon den Funkkontakt mit der nächsten
Basisstation her (Abbildung 1). Diese leitet die Frage: «Wo ist der
Freund?» an die Mobiltelefon-Zentrale weiter. Dort befindet sich eine
Datenbank aller Mobiltelefonbenützer des betreffenden Mobilfunknetzes.
Regelmässig (alle 20 bis 60 Minuten) erhält die Zentrale von allen
Basisstationen im Netz die Angaben, welche Mobiltelefone sich zurzeit
in ihrer Zelle befinden und eingeschaltet sind. Falls der Freund sein
Mobiltelefon nicht ganz ausgeschaltet hat, ist somit bekannt, in welcher
Zelle er sich befindet. Die Verbindung mit der zuständigen Basisstation
wird hergestellt. Diese leitet das Gespräch per Funk an das
Mobiltelefon ihres Freundes weiter. Sie können mit ihrem Freund
telefonieren.
Was strahlen Mobiltelefone und Basisstationen aus?
Beide senden und empfangen elektromagnetische Strahlung. Es handelt
sich um Schwingungen elektrischer und magnetischer Felder, die
sich wellenartig mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. Elektromagnetische
Strahlung kennen wir in unserer natürlichen und technischen
Umwelt in verschiedenen Formen. Sichtbares Licht, UV-, Röntgen- und
Wärmestrahlung gehören ebenso zum elektromagnetischen Spektrum
wie Radio- und Mikrowellen und die elektrischen und magnetischen
Felder von Eisenbahnen und der Stromversorgung. Physikalisch unterscheiden
sich diese verschiedenen Strahlungen nur durch ihre
Frequenz (siehe Begriffe). Bei den Funksignalen, die bei der mobilen
Telekommunikation zum Einsatz kommen, handelt es sich um Hochfrequenzstrahlung.
Zurzeit werden Frequenzbereiche bei 900 MHz und
bei 1800 MHz benützt. Diese Frequenzen liegen zwischen denjenigen
von Fernsehsendern und Mikrowellenöfen.
Wie lassen sich mit elektromagnetischen Feldern Nachrichten
übertragen?
Die Hochfrequenzstrahlung wird als Transportmittel, als so genannter
Träger für Informationen benützt. Die zu übertragende Information,
z.B. ein Gespräch oder ein Fax, wird der Trägerwelle auf geeignete
Weise aufgeprägt; man spricht von Modulation. Das Empfangsgerät ist
in der Lage, dem empfangenen modulierten Hochfrequenzsignal die
ursprüngliche Information wieder zu entnehmen.
Beim Natel C-Netz handelt es sich um ein analoges System der Informationsübertragung.
Dabei wird die Frequenz der Trägerwelle im
Rhythmus des Gesprächs leicht verändert.
Bei den GSM-Netzen wird die Information digital übermittelt. Das zu
übertragende Gespräch wird zuerst digitalisiert und liegt dann als Zahlenreihe
von 0- und 1-Werten vor. Diese Zahlenreihe, vergleichbar der
Information auf einer Musik-CD, wird dem Hochfrequenzsignal aufgeprägt.
Beim Empfänger wird diese Zahlenreihe entschlüsselt und
wieder in ein analoges Signal umgewandelt.
Strahlung
Nachrichten werden dem
Hochfrequenzsignal digital aufgeprägt
Strahlen Mobiltelefone und Basisstationen dauernd?
Damit in einer Zelle mehrere Benützer gleichzeitig telefonieren können,
wird beim analogen System für jeden Benützer ein Frequenzkanal
benötigt. Beim GSM-System dagegen teilen sich bis zu acht Benützer
den gleichen Frequenzkanal. Jeder Benützer erhält einen Achtel der
Zeit für die Übertragung zugewiesen. Die Information wird in einzelne
Pakete von ungefähr einer halben Millisekunde Dauer aufgeteilt, die in
Intervallen von 4,6 Millisekunden abgesetzt werden (Abbildung 2). Das
Mobiltelefon gibt aus diesem Grund eine gepulste Strahlung mit einer
Wiederholungsrate von 217 Pulsen pro Sekunde ab. Bei den Basisstationen
ist das zeitliche Muster der Abstrahlung komplizierter und
variiert mit der Anzahl der gleichzeitig bedienten Mobiltelefone in der
Zelle.
Auch wenn kein Gespräch geführt wird, also im so genannten Bereitschaftsmodus,
empfängt ein eingeschaltetes Mobiltelefon laufend
Kontrollsignale von der nächsten Basisstation. Alle 20 bis 60 Minuten
sendet das Mobiltelefon ausserdem selber für kurze Zeit eine
«Hier-bin-ich-Meldung» an die Basisstation.
Strahlung
GSM-Mobiltelefone und -Basisstationen
strahlen gepulst
Basisstation
Mobiltelefon
1
1 2 3 4 5 6 7 8 1 2
Mobiltelefon
2
➜ gepulste Strahlung 217 Hz
4,6 ms 0,5 ms
Abbildung 2
Gepulste Strahlung
*Die maximale Sendeleistung ist durch
die Zellengrösse bestimmt. Kleine Zellen
kommen mit einer niedrigen Sendeleistung
aus, grössere benötigen eine höhere
Sendeleistung.
**Es handelt sich um die maximale Sendeleistung
während eines Pulses. Im zeitlichen
Mittel ist die Sendeleistung geringer,
weil das Mobiltelefon nur während eines
Achtels der Zeit sendet und weil seine
Sendeleistung automatisch auf das Nötige
reduziert wird.
Strahlung
Was bedeutet GSM?
GSM steht für «Global System for Mobile Communications» und ist
ein Standard in der mobilen Telekommunikation. Er beinhaltet die
Definition der Frequenzbänder (in Europa um 900 und 1800 MHz)
sowie die Protokolle für die Signalübertragung. Das analoge Natel CNetz
der Swisscom wird in der Schweiz bis im Jahr 2001 vollständig
durch GSM-Netze verschiedener Netzbetreiber abgelöst.
Heute sind in der Schweiz folgende Mobiltelefonnetze in Betrieb:
Mobilfunksysteme Natel C GSM900 GSM1800
Betreiber Swisscom Swisscom diAx AG
diAx AG Orange Communications SA
Swisscom
Frequenzbereich 890–960 MHz 890–960 MHz 1710–1880 MHz
Übertragungsmodus analog digital digital
Art der Strahlung kontinuierlich gepulst gepulst
Zellengrösse (max. Distanz zwischen
Basisstation und Mobiltelefon) 2–35 km 0,4–4 km 0,25–4 km
Maximale Sendeleistung pro
Frequenzkanal einer Basisstation* 10–50 W 300 W 270 W
Maximale Sendeleistung eines 1 W 2 W** 1 W**
Mobiltelefons
Wie stark strahlen Mobiltelefone und Basisstationen?
Beide, Mobiltelefone und Basisstationen, senden und empfangen die
gleiche Hochfrequenzstrahlung. Die Stärke dieser Strahlung hängt vor
allem von der Sendeleistung (siehe Begriffe) und dem Abstand zur
Antenne ab. Die Strahlung, die auf Menschen auftrifft, bezeichnet man
als Immission (siehe Begriffe).
Basisstation
stärkerer Sender
beträchtliche Distanz
zu Personen
gleichmässige Bestrahlung
des ganzen Körpers
geringe absorbierte Leistung
Strahlung dauernd vorhanden
Mobiltelefon
schwacher Sender
sehr kleine Distanz zum Kopf
lokale Bestrahlung des Kopfes
im Kopf höhere absorbierte
Leistung
Strahlung nur während einer
Verbindung vorhanden




Abbildung 3
Die Immissionen von Basisstationen
liegen an zugänglichen Orten in der
Regel weit unter den internationalen
Immissionsgrenzwerten
10
20
30
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Meter
Meter
Hauptstrahlrichtung
100%
10%
2%
Strahlung
Die Sendeleistung eines Mobiltelefons ist zwar wesentlich niedriger
als diejenige von Basisstationen. Die Belastung des Menschen durch
ein Mobiltelefon während eines Gesprächs ist jedoch viel höher als
diejenige, die sich selbst von der stärksten Basisstation ergibt. Dies
kommt daher, dass das Mobiltelefon sehr wenig, nur einige Millimeter,
vom Kopf entfernt ist, während man der Antenne einer Basisstation
kaum näher als etwa einige Meter kommt.
Bei Basisstationen bestimmen folgende Faktoren, wie hoch die Immissionen
an einem bestimmten Aufenthaltsort von Personen sind:
Die Sendeleistung: Die Immissionen steigen mit der Sendeleistung an.
Der Abstand zur Sendeantenne: Bei doppeltem Abstand sinken die
Immissionen auf die Hälfte.
Das räumliche Abstrahlungsmuster der Antenne: Die Antennen von
Basisstationen strahlen nicht in alle Richtungen gleich stark. Sie sind
einer fokussierenden Taschenlampe vergleichbar, die gebündelt in der
Waagrechten und seitlich in einem Sektor von ungefähr 120 bis 180
Grad abstrahlt. Die Intensität ausserhalb dieses Strahlungskegels
verschwindet zwar nicht vollständig, ist aber stark reduziert.
Mauerwerk und Dächer: Sie schwächen die Strahlung ab, die von
aussen auf ein Gebäude auftrifft.
In Abbildung 3 ist schematisch dargestellt, wie sich die Immissionen in
der Umgebung einer Basisstation mit 700 Watt Sendeleistung in
Abhängigkeit des Abstandes und des Winkels verhalten. Die Prozentangaben
beziehen sich auf den internationalen Immissionsgrenzwert
(siehe Seite 11) für das 900 MHz-Band. Ausserhalb des stark gefärbten
Bereichs (100%) ist der Immissionsgrenzwert eingehalten.
5%
< 1% < 1%
Vergleicht man die in der Umgebung einer Basisstation vorherrschenden
Immissionen mit den internationalen Immissionsgrenzwerten
(Abbildung 3), so stellt man fest, dass diese Immissionsgrenzwerte
bereits im Abstand von wenigen Metern von den Antennen unterschritten
sind. Bei jeweils gleicher Entfernung von der Antenne sind
die Immissionen in der Strahlrichtung am höchsten, unter der Antenne
bereits deutlich niedriger und in einem Gebäude direkt unter der
Antenne nochmals wesentlich niedriger.
Mit dem Mobiltelefon wird in erster Linie der Kopf der telefonierenden
Person exponiert. Die Belastung ist dabei wesentlich höher als diejenige,
die sich durch Basisstationen ergibt.
Bei Mobiltelefonen spielen eine Rolle:
Die Sendeleistung: die Immissionen steigen direkt mit der Sendeleistung
an.
Der Abstand zwischen der Antenne und dem Kopf. In dieser Hinsicht
schneiden Geräte mit einer Freisprecheinrichtung besser ab als solche,
bei denen die Antenne nahe beim Kopf anliegt.
Die Konstruktion des Mobiltelefons und der Antenne. Hier bestehen
beträchtliche Möglichkeiten, die im Kopf absorbierte Strahlung zu
verringern.
Abbildung 4 zeigt, wie die Strahlung im Kopf einer telefonierenden
Person absorbiert wird. Die Belastung ist nahe am Ohr am stärksten
und nimmt gegen innen deutlich ab.
Welcher Unterschied besteht zwischen einem Mobiltelefon
und einem schnurlosen Telefon?
Moderne schnurlose Telefone arbeiten nach dem gleichen Prinzip wie
Mobiltelefone. Die Sendeleistung ist aber deutlich geringer, da der für
einen Empfang mögliche Abstand zwischen der Hausbasisstation und
dem Handapparat maximal 300 m beträgt. Die maximale Sendeleistung
beträgt sowohl für die Hausbasisstation als auch für den Handapparat
ca. 0,01 W.



Strahlung
Abbildung 4
Das Mobiltelefon bestrahlt den Kopf
relativ stark
Gesundheit
Ist die Strahlung von Basisstationen und Mobiltelefonen
gesundheitsschädlich?
Biologische und daraus resultierende gesundheitliche Einwirkungen
elektromagnetischer Strahlung hängen vor allem von deren Intensität,
Frequenz und Dauer ab.
Intensive Hochfrequenzstrahlung führt zu thermischen Wirkungen: Die
Strahlungsenergie wird im Körper absorbiert und in Wärme umgewandelt.
Der Körper erwärmt sich. Falls die absorbierte Strahlungsleistung
so hoch ist, dass sich die Körpertemperatur um mehr als 1–2 °C
erhöht, treten die gleichen Wirkungen auf wie bei Fieber oder bei
Hitzeeinwirkung: Es kommt zur Verringerung der mentalen Aktivitäten,
zu Abweichungen bei verschiedenen Körperfunktionen bis zu Fortpflanzungsstörungen.
Organe mit schlechter Durchblutung und damit
schlechter Wärmeabfuhr wie zum Beispiel die Augen erwärmen sich
schneller und sind deswegen stärker gefährdet. Den thermischen
Wirkungen ist gemeinsam, dass sie unterhalb einer bestimmten Strahlungsintensität
nicht mehr auftreten.
Die Immissionsgrenzwerte wurden so festgelegt, dass es nicht zu
solchen thermischen Wirkungen kommen kann. Da diese Immissionsgrenzwerte
an allen zugänglichen Orten bei Basisstationen sowie beim
Telefonieren mit Mobiltelefonen eingehalten werden, sind thermische
Wirkungen nicht zu befürchten.
Im Gegensatz zu den thermischen Einwirkungen intensiver Hochfrequenzstrahlung
sind die biologischen Wirkungen von schwacher Hochfrequenzstrahlung
erst in Ansätzen bekannt. Wurde die Existenz solcher
nichtthermischer Wirkungen noch vor einigen Jahren bestritten,
so steht heute fest, dass Hochfrequenzstrahlung nicht nur über die
Erwärmung wirksam werden kann.
Beobachtet wurden beispielsweise physiologische Veränderungen in
Zellkulturen und bei Tieren sowie eine Beeinflussung der elektrischen
Aktivität im menschlichen Hirn. Wie solche Wirkungen zustande kommen,
ist nicht bekannt. Ob und unter welchen Bedingungen sie zu
einem Gesundheitsrisiko werden können, lässt sich beim heutigen
Kenntnisstand nicht angeben. Für die Bewertung erschwerend ist,
dass sich die Experimente zum Teil nicht wiederholen liessen oder
dass widersprüchliche Ergebnisse vorliegen. Es ist weitere Forschung
nötig, um allfällige Gesundheitseffekte schwacher Hochfrequenzstrahlung,
wie sie beim Mobilfunk vorkommt, zu erkennen. Vor allem Langzeitwirkungen
schwacher Strahlung konnten bisher überhaupt nicht
untersucht werden.
Kann die Strahlung von Mobiltelefonen Krebs verursachen?
In vielen Untersuchungen wurde bestätigt, dass auch intensive Hochfrequenzstrahlung
das Erbgut nicht zu verändern vermag. Deshalb gilt
Hochfrequenzstrahlung nicht als krebsauslösend. Hingegen kann nicht
ausgeschlossen werden, dass das Wachstum von Tumoren, wenn sie
einmal gebildet sind, gefördert werden könnte. In einer australischen
Untersuchung entwickelten genveränderte Mäuse vermehrt Tumore,
wenn sie während längerer Zeit Mobilfunkstrahlung ausgesetzt waren.
Ob dies auch beim Menschen zu befürchten ist, kann aufgrund dieser
einen Untersuchung weder bewiesen noch ausgeschlossen werden.
Intensive Hochfrequenzstrahlung führt
zu thermischen Wirkungen mit
bekannten gesundheitlichen Folgen
Schwache Hochfrequenzstrahlung
kann zu nichtthermischen Wirkungen
führen. Gesundheitliche Folgen derartiger
Wirkungen sind nicht abschliessend
geklärt, werden aber derzeit
wissenschaftlich untersucht
Ein allfälliger Einfluss der Strahlung
von Mobiltelefonen auf Krebserkrankungen
wird intensiv untersucht
Gesundheit
Um allfällige derartige Risiken zu erkennen, finden derzeit umfangreiche
Erhebungen bei Personengruppen statt, die Mobiltelefone
verwenden. Resultate liegen noch nicht vor.
Verursacht Mobilfunkstrahlung Kopfweh und Schlafstörungen?
Untersuchungen in Skandinavien haben ergeben, dass Personen, die
viel mit einem Mobiltelefon telefonieren, häufiger über Kopfschmerzen,
Müdigkeit und Hautbrennen berichten als Wenigtelefonierer. Ob
diese Symptome auf die Strahlung des Mobiltelefons zurückzuführen
oder eine Folge des hektischen Alltags eines Vieltelefonierers sind, ist
derzeit nicht klar.
In einer Laboruntersuchung zeigte sich bei freiwilligen Versuchspersonen
eine Beeinflussung der Schlafphasen, wenn sie während der
Nacht der Strahlung eines Mobiltelefons in 40 cm Abstand vom Kopf
ausgesetzt waren. Ob ein solcher Einfluss auch bei den wesentlich
schwächeren Immissionen vorliegt, die von einer Basisstation stammen,
bleibt noch zu untersuchen.
Beeinflusst Mobilfunkstrahlung Hörgeräte?
Die gepulste Strahlung eines Mobiltelefons vermag gewisse Hörapparate
zu stören. Bereits in zirka einem Meter Entfernung kann es zu
Beeinträchtigungen kommen. Hörgeräteträger empfinden die Störung
als ein Brummen im Ohr. Wenn Sie einen Hörapparat tragen und ein
Mobiltelefon benützen möchten, erkundigen Sie sich über die Verträglichkeit
ihres Gerätes mit Mobilfunkstrahlung (kleine Geräte im Ohr
werden weniger gestört als Geräte, die hinter dem Ohr getragen
werden). Hersteller bieten zudem Hilfsmittel an, um das Mobiltelefon
nicht direkt an das Ohr halten zu müssen.
Wie wirkt sich Mobilfunkstrahlung auf Herzschrittmacher aus?
Die gepulste Strahlung eines Mobiltelefons kann die Steuerung gewisser
Herzschrittmacher beeinflussen. Die einzelnen Schrittmachertypen
sind unterschiedlich störempfindlich. Eine Störung ist nur dann zu
befürchten, wenn ein Herzschrittmacherträger selber ein Mobiltelefon
benützt. Das Störrisiko ist am grössten, wenn das Mobiltelefon unmittelbar
beim Schrittmacher anliegt. Dies ist beispielsweise der Fall,
wenn ein Mobiltelefon eingeschaltet in der Brusttasche, unmittelbar
über dem Schrittmacher, getragen wird. Wenn Sie einen Herzschrittmacher
haben und ein Mobiltelefon benützen möchten, erkundigen
Sie sich bei Ihrem Arzt über die Verträglichkeit ihres Geräts mit Mobilfunkstrahlung.
Gesundheit
Kann Mobilfunkstrahlung im Krankenhaus und im Flugzeug
stören?
Die Strahlung von Mobiltelefonen kann empfindliche elektronische
Geräte stören. In Spitälern sind insbesondere die Geräte der Intensivstation
gefährdet. Im Flugzeug können die elektronischen Geräte an
Bord gestört werden. Deshalb muss das Mobiltelefon an Orten mit
Mobiltelefonverbot unbedingt ausgeschaltet werden.
Ist es gefährlich, im Auto zu telefonieren?
Es leuchtet ein, dass die Benützung eines Mobiltelefons während der
Autofahrt vom Fahren ablenken und zu Unfällen führen kann. Eine
kanadische Studie bestätigt dies auch wissenschaftlich. Allerdings
zeigte sie, dass nicht das einhändige Fahren zu höheren Unfallquoten
führt, sondern die geistige Ablenkung. Eine australische Studie zeigte
hingegen eine positive Wirkung der mobilen Telekommunikation auf:
Bei Autounfällen konnte in 12% der Fälle dank dem Mobiltelefon
schnell Hilfe angefordert werden.
In der Schweiz ist das Verwenden eines Telefons ohne Freisprecheinrichtung
während der Fahrt verboten und kann mit einer Busse
bestraft werden.
Massnahmen
Gibt es Grenzwerte für die Mobilfunkstrahlung?
In der Schweiz befindet sich die gesetzliche Festlegung von Immissionsgrenzwerten
für Basisstationen in Vorbereitung. Bis eine rechtsverbindliche
Verordnung in Kraft tritt, gelten die Empfehlungen des
Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft und des Bundesamtes
für Gesundheit. Die beiden Bundesämter empfehlen, die Grenzwerte
der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierender
Strahlung (ICNIRP) anzuwenden. Diese Werte basieren auf den
wissenschaftlich gesicherten, schädlichen Akutwirkungen von Hochfrequenzstrahlung
und liegen 50 Mal unter den Wirkungsschwellen für
schädliche thermische Effekte. Wenn diese Grenzwerte eingehalten
werden, treten keine schädlichen thermischen Wirkungen auf.
Grenzwerte für die Strahlung von Basisstationen und von Mobiltelefonen
werden in unterschiedlichen physikalischen Einheiten ausgedrückt.
Bei der Strahlung der Basisstationen wird die elektrische Feldstärke
begrenzt. Sie ist ein Mass für die Intensität der elektromagnetischen
Strahlung und kann mit geeigneten Messgeräten vor Ort gemessen
werden. Der Immissionsgrenzwert für die elektrische Feldstärke,
angegeben in Volt pro Meter (V/m), beträgt für die beiden Mobilfunk-
Frequenzbänder:
Elektrische Feldstärke
41 V/m für das Frequenzband bei 900 MHz
58 V/m für das Frequenzband bei 1800 MHz
Bei der Strahlung der Mobiltelefone wird die im menschlichen Körper
wirksame Dosis begrenzt. Es handelt sich um die lokal im Kopf absorbierte
Strahlungsleistung (siehe Begriffe), die für jeweils 10 Gramm
Gewebe (z.B. Hirngewebe; Auge) zu ermitteln ist. Der Grenzwert für
diese Grösse beträgt unabhängig von der Frequenz der Strahlung:
Spezifische Absorptionsrate
2 W pro kg oder 0,02 W pro 10 g Körpergewebe
Die im Kopf absorbierte Strahlungsleistung kann man in der Praxis
nicht direkt messen (dazu müsste man ja eine Messsonde in den Kopf
der telefonierenden Person einführen). Ob ein Mobiltelefon den Grenzwert
für die absorbierte Leistung einhält, wird deshalb im Labor an
künstlichen Köpfen gemessen oder mit Computerprogrammen
berechnet.
Sollen die Grenzwerte nur eingehalten oder unterschritten werden?
Das Umweltschutzgesetz kennt den Grundsatz, dass Umwelteinwirkungen
im Sinne der Vorsorge niedrig gehalten werden sollen, auch
wenn eine Gefährdung von Mensch und Umwelt (noch) nicht nachgewiesen
ist, nach dem bekannten Sprichwort «Vorbeugen ist besser als
Heilen». Dieser Grundsatz kommt auch beim Mobilfunk zur Anwendung,
gerade weil über Langzeitwirkungen schwacher Strahlung noch
zu wenig bekannt ist. Im Sinne der Vorsorge sollte daher jede unnötige
Strahlenbelastung vermieden werden.
Empfohlene Grenzwerte für die
Strahlung der Basisstationen
Empfohlene Grenzwerte für die
Strahlung der Mobiltelefone
Im Sinne der Vorsorge soll die Strahlenbelastung
so weit wie möglich
unter den Grenzwerten liegen
Massnahmen
Bei Basisstationen ist die wirksamste vorsorgliche Massnahme ein
grosser Abstand zu denjenigen Orten, an denen sich Personen lange
Zeit aufhalten.
Beim Mobiltelefon hat es jeder Benützer selbst in der Hand, den Vorsorgegrundsatz
anzuwenden. In erster Linie gilt hier: «In der Kürze
liegt die Würze». Je länger man telefoniert, desto länger ist man auch
der Strahlung ausgesetzt. Darüber hinaus lässt sich die Belastung des
Kopfes verringern, indem man ein Mobiltelefon mit Freisprecheinrichtung
benützt oder – falls dies nicht möglich ist – ein Gerät anschafft,
bei dem möglichst wenig Strahlungsleistung in den Kopf geht. Dies ist
auch aus einem anderen Grund von Vorteil: Strahlungsleistung, die im
Kopf absorbiert wird, ist für die Funkverbindung verloren und belastet
unnötigerweise die Batterie des Mobiltelefons.
Ich wohne neben einer Basisstation. Wie finde ich heraus,
wie stark ich bestrahlt werde?
Betrachten Sie als erstes die Abbildung 3 (Seite 6). Diese gibt Ihnen
einen ersten Anhaltspunkt, wie hoch die Immissionen in Ihrer Situation
etwa sind. Wenn Sie es genauer wissen möchten, dann erkundigen
Sie sich bei Ihrer Gemeinde oder bei der NIS-Fachstelle Ihres Kantons
(Adressen siehe letzte Seite).
Worauf muss ich bei Kauf und Benützung eines Mobiltelefons
achten?
Wenn Sie nicht auf ein Mobiltelefon verzichten wollen, gibt es einige
Möglichkeiten, wie Sie die Belastung Ihres Kopfes durch Mobilfunkstrahlung
niedrig halten können:
Fassen Sie sich kurz. Je länger Sie sprechen, desto länger sind Sie der
Strahlung ausgesetzt.
Kaufen Sie ein Mobiltelefon mit Freisprecheinrichtung. Dadurch erreichen
Sie einen grösseren Abstand zwischen der Antenne des Mobiltelefons
und Ihrem Kopf. Entsprechend weniger Strahlungsleistung
dringt in Ihren Kopf ein.
Erkundigen Sie sich vor dem Kauf eines Mobiltelefons über die im
Kopf absorbierte Strahlung. In dieser Hinsicht bestehen zwischen
verschiedenen Modellen beträchtliche Unterschiede. Kaufen Sie ein
Gerät mit niedriger Strahlungsbelastung.
Telefonieren Sie im Auto nur über eine Aussenantenne. Die Metallkarrosserie
Ihres Wagens reflektiert nämlich die Strahlung von einem
Mobiltelefon im Innern des Autos hin und her und lässt sie nur
begrenzt nach aussen dringen. Um trotzdem eine genügende Verbindungsqualität
zu erreichen, regelt das Mobiltelefon die Sendeleistung
hoch und erhöht dadurch Ihre Belastung.




Das Wichtigste in Kürze
Aufgrund der bisherigen Untersuchungen ist eine Gefährdung der
Gesundheit durch Mobilfunkstrahlung weder in der Nähe von Basisstationen
noch beim Telefonieren mit Mobiltelefonen nachgewiesen.
Langzeitwirkungen können jedoch derzeit nicht ausgeschlossen werden.
Entsprechende Untersuchungen sind angelaufen. Es ist im Sinne
der Vorsorge ratsam, vermeidbare Belastungen zu vermeiden.
Einige indirekte Einflüsse sind allerdings nachgewiesen: Die Strahlung
von Mobiltelefonen kann empfindliche elektronische Geräte stören.
Insbesondere betroffen sind Hörgeräte, verschiedene Implantate,
Instrumente in Intensivstationen von Spitälern sowie elektronische
Geräte in Flugzeugen. Unter Umständen können solche Störungen
lebensgefährlich sein.
Telefonieren im Auto kann vom Fahren ablenken und zu Unfällen
führen. In der Schweiz darf im Auto nur telefoniert werden, wenn eine
Freisprechanlage benützt wird.
Literaturhinweise
World Health Organisation (WHO), Environmental Health Criteria:
«Electromagnetic Fields (300 Hz–300 GHz)»
WHO, Genf (1993)
International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP):
«Health Issues Related to the Use of Hand-Held Radiotelephones and Base
Transmitters»
Health Physics Vol. 70, Nb. 4, 587–93 (1996)
International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP):
«Guidelines for Limiting Exposure to Time-Varying Electric, Magnetic and
Electromagnetic Fields (up to 300 GHz)»
Health Physics Vol 74, 494–522 (1998)
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL):
«Biologische Auswirkungen nichtionisierender elektromagnetischer Strahlung
auf den Menschen und seine Umwelt; Frequenzbereich 100 kHz bis 300 GHz»
Schriftenreihe Umweltschutz Nr. 121, BUWAL, Bern (1990)
Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL):
«Begrenzung der Immissionen nichtionisierender Strahlung;
Frequenzbereich 0 Hz bis 300 GHz»
Schriftenreihe Umwelt Nr. 302, BUWAL, Bern (1998)



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Handystrahlen verursachen bei Kindern und Jugendlichen wohl keine Hirntumore. Zu diesem Schluss kommt eine Studie mit Schweizer Beteiligung. Völlige Entwarnung geben können die Forscher allerdings nicht.

Handys sind auch für Kinder und Jugendliche aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch die Strahlung, die von den Geräten ausgeht, weckt Ängste. Gerade die noch im Wachstum befindlichen Körper von Kindern, so wird befürchtet, könnten besonders empfindlich auf die Mikrowellenstrahlung der Mobiltelefone reagieren.

Eine Hauptsorge ist, dass das ans Ohr gehaltene Handy das Risiko von Hirntumoren erhöhen könnte. Studien bei Erwachsenen lieferten dazu widersprüchliche Resultate. Erstmals haben nun Forscher des mit der Universität Basel assoziierten Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts die Frage bei Kindern und Jugendlichen untersucht.

Studie in vier Ländern

Das Team um den Epidemiologen Martin Röösli schloss gemeinsam mit Kollegen aus Dänemark, Norwegen und Schweden 352 Kinder und Jugendliche in die Studie ein, bei denen zwischen 2004 und 2008 ein Gehirntumor festgestellt wurde. 85 der Patienten, die zwischen 7 und 19 Jahre alt waren, stammten aus der Schweiz.

Die Forscher verglichen den Handygebrauch der Patienten vor der Diagnose mit jenem von 646 zufällig ausgewählten Kontrollpersonen mit gleichem Alter, Geschlecht und gleicher Wohnregion. Wie sie im «Journal of The National Cancer Institute» berichten, ist das Tumorrisiko von Handynutzern nicht statistisch signifikant erhöht - auch nicht fünf Jahre nach dem ersten Gebrauch.

Von den Hirntumor-Patienten gaben 75 Prozent an, vor der Diagnose mehr als 20 Mal mit dem Handy telefoniert zu haben. Bei den Kontrollpersonen waren es 72 Prozent. 55 Prozent der Patienten und 51 Prozent der Kontrollen waren laut eigener Aussage regelmässige Mobilfunknutzer. Beides sind geringe, am ehesten zufällige Unterschiede.

Daten der Mobilfunkbetreiber

Für etwa ein Drittel der Studienteilnehmer standen den Forschern von Mobilfunkbetreibern aufgezeichnete Daten zum Handygebrauch zur Verfügung. Solche Daten gelten als verlässlicher als Befragungen, bei denen Probanden selber aus der Erinnerung angeben müssen, wie oft sie in einem bestimmten Zeitraum telefoniert haben.

In dieser Untergruppe fanden die Forscher einen signifikanten Zusammenhang: Jugendliche, die schon lange ein Handy-Abo besassen, hatten ein rund doppelt so hohes Tumorrisiko wie nicht regelmässige Handynutzer. Beim tatsächlichen Gebrauch verschwand der Effekt aber: Vieltelefonierer hatten nicht öfter Tumore als Wenigtelefonierer.

Auch die Art der Tumore deutet darauf hin, dass kein Zusammenhang zur Handynutzung besteht, wie Röösli auf Anfrage sagte: Die Tumore traten nicht häufiger in den Hirnregionen auf, die während eines Telefonats am stärksten bestrahlt werden. So gab es zum Beispiel nicht mehr Tumore in der Kopfhälfte, an welche die Patienten ihr Handy hielten.

Nicht mehr Hirntumor-Fälle

Trotzdem bleiben Unsicherheiten. Weil Hirntumore im Kindesalter selten sind, war die Zahl der Probanden nicht sehr gross. Zudem benützten die Studienteilnehmer das Handy relativ selten. Aufgrund der Studie könne ein kleines Risiko nicht ausgeschlossen werden, sagte Röösli: Etwa dass Handys zu ein oder zwei zusätzlichen Tumorfällen pro 100 000 Personen und Jahr führten.

Allerdings müsste sich ein solches Risiko in einem Anstieg der Häufigkeit von Hirntumoren niederschlagen. Doch aktuelle Zahlen aus Schweden und auch den USA zeigen, dass die Rate der Neuerkrankungen in den letzten 20 Jahren nicht angestiegen ist. Mit Krebsregistern sollte die Entwicklung aber auf jeden Fall weiter verfolgt werden, empfiehlt Röösli.

Ratten verblöden bei Handystrahlung
Über mögliche Risiken durch Handystrahlung wird seit langem diskutiert. Neurowissenschaftler wiesen nun erstmals nach, dass starke Handy-Strahlung bei Ratten Lernprozesse im Gehirn behindert.
storybild
Sehr starke Strahlung schadet dem Rattenhirn.




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Forschungsprogramm: Handystrahlung beeinflusst Hirnaktivität
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Der Effekt sei unabhängig von anderen Einflussfaktoren wie Stress, teilte die Ruhr-Universität Bochum am Montag mit. Die Ergebnisse könnten zwar nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragen werden. Sie zeigten aber am Tiermodell, dass elektromagnetische Felder «im Prinzip Lernprozesse im Gehirn beeinträchtigen können».

Die Ratten wurden unterschiedlich leistungsstarken hochfrequenten elektromagnetischen Feldern im UMTS-Frequenzbereich ausgesetzt. Die Forscher analysierten die Auswirkungen auf neuronales Lernen und synaptische Gedächtnisbildung.

50-fache Strahlendosis verabreicht

Zusätzlich untersuchten die Wissenschaftler alle Tiere unmittelbar danach auf die Freisetzung von Stresshormonen. Zum Vergleich untersuchten sie Kontrolltiere, die ihren Käfig nicht verlassen mussten. Stress beeinflusst deutlich synaptisches Lernen und Gedächtnisbildung negativ.

Die Feldstärken wählten die Forscher angepasst an die Hirnmasse der Ratten entsprechend der Standards, die für Menschen gelten. Die Tiere wurden mit Energiemengen von 0,2 (heruntergerechneter Grenzwert für Menschen) und 10 W/kg (50-fache Dosis) bestrahlt.

Handy-Strahlen weit schwächer

Im Experiment zeigte sich, dass schwache Strahlung bis 2 W/kg keine messbare Beeinträchtigung der Rattenhirne bewirkte. Die massive Bestrahlung während zwei Stunden mit 10 W/kg führte hingegen zu signifikant schlechteren Lern- und Gedächtnisleistungen.

Sorgen braucht sich laut den Forschern niemand zu machen: Für normale Handy-Benutzer sei das Telefonieren unbedenklich, da sie nicht ausreichend starken Feldern ausgesetzt seien. Anders sehe es aber unter anderem bei Sicherheitsdiensten und im Militär aus, wo wegen der Verwendung spezieller Antennen höhere Grenzwerte erreicht würden.

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